08.03.14

Stiften ist Glücksache

Innerhalb von sechs Jahren 59 neue Stiftungen

„Stiften ist Glücksache“, erklärte Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July anlässlich der jährlichen Stiftungsfeier der Landeskirche in der Stuttgarter Schlosskirche am Montag, 27. Januar. Damit knüpfte er an die kirchliche Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Psalm 73,28) an. Stiftungen würden dazu beitragen, dass die biblische Botschaft in Wort und Tat verkündet wird. „Dadurch werden Menschen darin bestärkt, in Gott ihr Glück zu finden. Insofern trägt auch das Stiften zum Glück bei“, so der Landesbischof.

Erfreut äußerte sich der Landesbischof darüber, dass es offensichtlich, „vom Allgäu bis zum Unterland gelingt, Menschen fürs Stiften zu begeistern“. Das sei auch ein Verdienst der 2008 gegründeten Landeskirchenstiftung. Die Landeskirchenstiftung berät Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen und Privatpersonen, wenn diese eine kirchliche Stiftung errichten wollen.

Die Entwicklung des Stiftungswesens im Bereich der Landeskirche erläuterte Oberkirchenrat Dr. Martin Kastrup. Innerhalb der zurückliegenden sechs Jahre seien 59 Stiftungen neu errichtet worden. Etwa 2.000 Menschen, so der Finanzdezernent, hätten sich an diesen 59 Stiftungsgründungen beteiligt. Die hohe Zahl der Beteiligten sei damit erklärbar, dass die meisten Stiftungen gemeinschaftlich entstanden seien: Viele Menschen gäben anteilig einen Betrag für die jeweilige Stiftung.

Wenn Stifter etwas von ihrem Besitz teilen, würden sie zugleich einen Tausch machen, sagte Kastrup weiter. „Sie tauschen den Geldwert gegen einen Sinnwert.“ Der Sinnwert besteht laut Kastrup darin, beispielsweise Kirchen zu erhalten, Kirchenmusik zu fördern, diakonische Angebote zu sichern oder die Ju¬gendarbeit zu stärken – je nach Stiftungszweck. Schließlich berichtete Martin Kastrup, dass die Landeskirchenstiftung im vergangenen Jahr Zuwendungen in Höhe von 185.000 Euro erhalten habe. Aus den Erträgen solcher Zuwendungen würden kirchliche Projekte gefördert, im vergangenen Jahr unter anderem die Konzertreihe „Bach vokal“ an der Stuttgarter Stiftskirche und eine Beratungsstelle für Menschen in prekären Verhältnissen in Schwenningen.

Schließlich stellten der Architekt Professor Arno Lederer (Stuttgart) und Pfarrerin Monika Renninger eine Einrichtung vor, die durch eine eigene Stiftung unterstützt wird: den Hospitalhof Stuttgart. Das in den 1960er Jahren gebaute evangelische Zentrum für Bildung und Begegnung wird seit zwei Jahren von Grund auf neu gebaut und im April wieder eröffnet.